Wechselrichter defekt: Was Sie jetzt tun sollten
Der Wechselrichter ist das Teil einer PV-Anlage, das am ehesten ausfällt. Ein Tausch ändert nichts an Ihrer Einspeisevergütung.

Wenn eine PV-Anlage plötzlich keinen Strom mehr liefert, liegt es oft am Wechselrichter. Er wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom für Haus und Netz und arbeitet dabei jeden Tag unter Last. Die gute Nachricht: Ihre Einspeisevergütung bleibt von einem Tausch unberührt.
1 · Woran Sie einen Defekt erkennen
- Das Display zeigt eine Fehlermeldung oder bleibt dunkel
- Die Monitoring-App meldet keinen Ertrag, obwohl die Sonne scheint
- Der Zähler zeigt tagsüber keine Einspeisung mehr
- Der Ertrag liegt über Wochen deutlich unter dem Vorjahr
- Das Gerät klickt, brummt ungewöhnlich laut oder schaltet sich immer wieder ab
2 · Was Sie selbst prüfen können
Fotografieren Sie die Fehlermeldung und das Typenschild des Geräts. Sehen Sie im Sicherungskasten nach, ob der Leitungsschutzschalter der PV-Anlage ausgelöst hat. Mehr sollten Sie nicht tun: Öffnen Sie den Wechselrichter nicht und schalten Sie keine Gleichstrom-Trennschalter, wenn Sie sich nicht sicher sind. Auf der Modulseite liegt auch bei ausgeschaltetem Gerät Spannung an.
3 · Reparieren oder tauschen?
Wechselrichter halten häufig zehn bis fünfzehn Jahre, die Module deutlich länger. Bei vielen Anlagen wird der Wechselrichter deshalb einmal im Leben der Anlage getauscht. Ist das Gerät noch in der Herstellergarantie, wickeln wir den Fall mit dem Hersteller ab. Ob sich bei einem älteren Gerät eine Reparatur lohnt oder ein neues die bessere Wahl ist, hängt von der Diagnose und davon ab, ob es noch Ersatzteile gibt. Das klären wir, bevor Sie ein Angebot bekommen.
Beim Tausch achten wir darauf, dass das neue Gerät zu den vorhandenen Modulen passt. Wer später einen Speicher möchte, kann gleich einen Hybrid-Wechselrichter wählen, an den sich eine Batterie anschließen lässt. Mehr dazu im Artikel PV-Speicher nachrüsten: DC oder AC.
4 · Was mit der Einspeisevergütung passiert
Nichts. Nach Auffassung der Clearingstelle EEG|KWKG ist der Wechselrichter keine Anlage im Sinne des EEG, weil er den Strom nicht erzeugt, sondern nur umwandelt. Inbetriebnahmedatum und Vergütungssatz Ihrer Anlage bleiben beim Tausch erhalten.
5 · Meldung an Netzbetreiber und Register
Im Marktstammdatenregister ist die Wechselrichterleistung Ihrer Anlage eingetragen. Ändert sie sich durch den Tausch, muss der Eintrag innerhalb eines Monats angepasst werden. Auch der Netzbetreiber möchte über Änderungen an der Anlage informiert werden. Diese Meldungen übernehmen wir, wenn sie nötig sind.
6 · Der Tausch als Gelegenheit
Ist die Anlage schon älter, lohnt beim Wechselrichtertausch ein Blick aufs Ganze: Wie gut sind die Module noch, passt die Anlage zum heutigen Verbrauch mit Wärmepumpe oder Elektroauto, läuft bald die EEG-Vergütung aus? Für Anlagen, die bis 2006 gebaut wurden, endet sie spätestens am 31. Dezember 2026. Was dann sinnvoll ist, zeigt der Ü20-Check. Für SolarEdge-Anlagen haben wir eine eigene Seite zum SolarEdge-Service.
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